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Eindrucksvolles
Zeugnis virtuosen
Könnens

In der Yorckstraße Numero 18, am historischen Stadtkanal steht eines der letzten noch erhaltenen friderizianischen Bürgerpalais mit seiner prachtvollen, früh-klassizistischen Fassade. Friedrich der Große ließ es auf eigene Kosten für den Glasschleifer Johann Christoph Brockes errichten und überwachte die Gestaltung durch seinen Architekten Carl von Gontard äußerst penibel. Insbesondere bestand er darauf, der Straßenfront einen Schmuck zu verleihen, welcher eher einem königlichen als einem bürgerlichen Bewohner entsprach. Da zu Friedrichs umfassender Vision der Potsdamer Innenstadt zwingend gestalterische Höhepunkte wie das Brockessche Palais gehörten, nahm er auf Standeskonventionen wenig Rücksicht. Den Empfänger des Hauses, Johann Christoph Brockes, wird dies sicherlich wenig betrübt haben.

ensemble_historie_bImposante architektonische Details ensemble_historie_cAlte Schnitzereien im Brockesschen Palais

Johann Christoph Brockes
(1737-1804)

Johann C. Brockes war von Kindesbeinen an mit den Geheimnissen der Glaskunst vertraut, denn schon sein Vater war „Crystallin-Macher“ in der Potsdamer Hütte. Bereits mit 22 Jahren wurde Johann Christoph Brockes Meister der Glasschleiferkunst und gab schon bald dem aufwändig facettierten Behang der königlichen Kronleuchter den besonderen Schliff. Viele dieser kostbaren Stücke gingen verloren, doch es ist verbrieft, dass Brockes der vom König favorisierte Glaskünstler war und unter anderem das Neue Palais, das Stadtschloss und Sansscouci ausstattete.

Seine herausragende Stellung am Hof verhalf ihm schließlich 1776 zu seinem eigenen Bürgerpalais, den Friedrich der Große auf eigene Kosten gestalten ließ. Hier lebte und arbeitete Brockes fast 30 Jahre lang und machte sich mit seinem Können den „Namen eines geschickten Künstlers“. Da es zur damaligen Zeit leider nicht üblich war, Kronleuchter zu signieren, ist unbekannt, wie viele von Brockes´ Meisterstücken die Jahrhunderte überdauert haben. Zumindest mit seinem Palais lebt sein Name weiter und verleiht ihm bis in die heutige Zeit hin den Glanz, den er damals selbst verbreitete.

ensemble_historie_dJ.C. Brockes war ein Meister seines Fachs