In jedem Detail vollendet

Die Architektur des friderizianischen Zeitalters ist bis heute ein Ausdruck vollendeten Könnens. Als König verfolgte Friedrich der Große die ehrgeizige Vision, seine Residenzstadt Potsdam zu einem baumeisterlichen Gesamtkunstwerk zu machen. Dazu verlangte der Ästhet seinen Architekten das Äußerste ab und war selbst in Detailfragen zu keinerlei Kompromissen bereit. Die erhaltenen Werke eines seiner wichtigsten Baumeister, Carl von Gontard, legen beredetes Zeugnis dieser hohen Ansprüche ab – so auch das Brockessche Palais. Nun wird es durch Neubauten ergänzt, die sich den gleichen hohen Ansprüchen stellen. Denn ihre Entwürfe stammen von den renommierten Architekten Höhne und Nöfer, die ihre besondere Sensibilität für den Umgang mit historischen Bauten bereits mehrfach bewiesen haben. Damit läutet das Ensemble des Brockesschen Palais der friderizianischen Idee des baumeisterlichen Gesamtkunstwerkes eine neue Epoche ein.

ensemble_architektur_a
ensemble_architektur_bDetails der Fassade
ensemble_architektur_cEindrucksvolle Ornamente verzieren das Zentral Palais

Für das Brockessche Palais setzte von Gontard sein ganzes Können ein und schuf einen weiteren gestalterischen Höhepunkt nahe des Stadtschlosses. Auf Wunsch des Königs erhielt die Front zur heutigen Yorckstraße einen überaus üppigen Schmuck. Dazu gehören Balusterbrüstungen, figürliche Reliefs und Girlanden sowie Pilaster, die über das erste und zweite Obergeschoss reichen. Die Neubauten nehmen diese Elemente auf, setzen sie jedoch mit moderner Zurückhaltung ein. So stellen sie die Einheit des Ensembles wieder her und weisen gleichzeitig dem Brockesschen Palais mit seiner prunkvollen Fassade den Ehrenplatz zu.


ensemble_architektur_dMeisterhaft, die Kuppel des Waisenhauses in Potsdam

Carl von Gontard (1731–1791)

Der Architekt Carl von Gontard genoss das höchste Vertrauen des preußischen Regenten. Sein meisterliches Können hatte er bereits beim Marktgrafenpaar von Bayreuth bewiesen, wo er den Übergang vom Barock zum frühen Klassizismus vollzog. Durch sein Studium an der École des Arts in Paris und einen längeren Italienaufenthalt entsprachen seine Kenntnisse exakt dem europäisch geprägten Geschmack von Friedrich dem Großen. Unmittelbar nachdem er Gontard 1764 in seinen Dienst gestellt hatte, vertraute er diesem bereits die Gestaltung des Neuen Palais an. Der Baukünstler bewährte sich in der Zusammenarbeit mit dem anspruchsvollen König und schuf in den Folgejahren unter anderem die Turmbauten des Deutschen und Französischen Doms in Berlin, das Marmorpalais im Neuen Garten sowie das Brandenburger Tor von Potsdam. Friedrich der Große schätze ihn und seine Werke so hoch, dass er den Baukünstler in den Reichsadelsstand erhob.

ensemble_architektur_eHolländisches Viertel ensemble_architektur_fDas Brandenburger Tor in Potsdam

Nöfer Architekten

Das von Tobias Nöfer vor 15 Jahren gegründete Büro ist in den letzten Jahren durch ambitionierte Projekte in Berlin und überregional bekannt geworden, vor allem im Wohnungsbau. Allen seinen Arbeiten ist der Anspruch auf Dauerhaftigkeit, Nützlichkeit und Schönheit gemein. Diese Urtugenden der Architektur haben für Nöfer nicht an Aktualität verloren, im Gegenteil: die Projekte beziehen sich auf eine gemeinsame architektonische Sprache, die uns deshalb gemeinsam erscheint, weil sie aus dem architektonischen Fundus der Vergangenheit schöpft. Es entstehen moderne Häuser, die zwischen der vorhandenen Bebauung und dem Neuen vermitteln, traditionelle Raumqualitäten bieten und durch materialgerechte Verarbeitung von Dauer sind.

www.noefer.de

Höhne Architekten

Stephan Höhne Architekten wurde 1992 in Berlin gegründet und arbeitet seitdem im Schwerpunkt Wohnungsbau, plant aber auch Bürohäuser, öffentliche Bauten, Krankenhäuser, Hotels und Umnutzungen von denkmalgeschützten Gebäuden. Zu den bekanntesten Projekten gehören das Townhouse-Quartier “Prenzlauer Gärten“ in Prenzlauer Berg, die Wohnbebauung “Brauhofgarten“ im Viktoria-Quartier Kreuzberg und die Umnutzung des denkmalgeschützten Sankt-Gertraudt-Hospitals in eine Wohnanlage. Die Auffassung der Höhne Architekten bezieht sich losgelöst von gängigen Moden. Es geht um eine Architektursprache, die auf das Elementare reduziert ist und bei der die Mittel der Architektur selbst als zeitloses und wesentliches Prinzip gesehen werden.

www.höhne-architekten.de